Historisches der Bodenteicher Rotte


Bodenteicher Rotte ca. 1958 vor dem Rottenlokal Gasthaus „Zur Alten Post“ von links nach rechts:

Spieß (?), Rottmeister Karl Vietmeyer, 2.Offz. Fritz Lübke, Heinr. Wegmeyer, Otto Dittmer (Fahnenträger), Gustav Braun, Schütze Karl Zeinecke sen.


Das Gründungsdatum der Bodenteicher Rotte ist weitgehend ungewiss. Fest steht, dass es bereits vor dem 1. Weltkrieg neben der Jägerkompanie zwei Rotten gegeben hat, eine davon ist die Bodenteicher. In lockerer Formation ist man zum Schützenfest im Sonntagsanzug mitmarschiert, die Offiziere im Gehrock und Zylinder. Soweit heute bekannt, war bis 1929 „Burg Schulz“, der Vater von Rudi Schulz, Rottmeister. Sein Nachfolger wird im selben Jahr Wilhelm Lübke. Als Besitzer des Gasthauses „Zur Alten Post“, führt er bereits seit 1921 das Rottenlokal der Bodenteicher Rotte. Mit dessen Ablösung im Jahre 1953 wird erstmals ein 2. Offizier bei der Rotte eingeführt. Die Anzugsordnung (Uniform) bleibt auch nach dem 2. Weltkrieg ähnlich der, wie nach dem 1. Weltkrieg. Nun marschieren die Offiziere und Unteroffiziere allerdings in Uniform (schwarzer Anzug mit Zylinder), während die Schützen zunächst weiterhin nicht uniformiert sind. Der einfache Grund hiefür war Geldmangel. Um diesen finanziell Schwachen aber die Möglichkeit des Mitmarschierens und Mitfeierns zu ermöglichen, gilt die Bodenteicher Rotte lange Zeit auch als so genannte „Auffangrotte“. Ende der 50-er Jahre „startete“ die Bodenteicher Rotte erste, zaghafte Versuche ein einheitliches Zusammengehörigkeitsgefühl auch nach außen zu zeigen. An die linke Brust hefteten sich die Schützen nun eine rote Nelke.


Parademarsch auf dem Marktplatz in Bodenteich ca. 1959:

2. Offz. Fritz Lübke führt eine Abteilung der Rotte: von lks n. re. Günther Pohlmann, Herbert Wittmund, Karl Zeinecke jun., rechts Spielmannszug mit Tambour Karl Busch

 


 

In folgender Reihenfolge wird die Bodenteicher Rotte in den nächsten Jahren geführt:

Rottmeister --------2. Offizier

ab 1953 Heinrich Schäfer ----- Fritz Lübke
ab 1956 Carl Vietmeyer ------ Fritz Lübke
ab 1969 Fritz Lübke ----------- Erich Kettler
ab 1971 Fritz Lübke ----------- Horst-Günther Fabel

 


 


Durch die Gebietsreform verzeichnet die Bodenteicher Rotte im Jahre 1974 einen starken Mitgliederanstieg aus den benachbarten Orten Schostorf und Schafwedel. Diese neuen Schützenbrüder integrieren sich schnell und bekleiden in den Folgejahren auch wichtige Ämter in der Rotte. Als Beispiele seien genannt: Arnold Hübing (Schafwedel, 2. Offizier), Udo Kloh (Schostorf, Spieß) und nicht zuletzt die beiden Majestäten Arnold Hübing (Schafwedel) und Herbert Rodewald (Schostorf). Unvergessen bleibt allen Beteiligten das Heimbringen SM Rodewald zu seiner Residenz nach Schostorf am Abend nach der Proklamation. Der lange Fußmarsch ohne Musik, aber mit durchgängigem Gesang wird zu einem wohl einmaligem Erlebnis für alle Beteiligten. Da ist es natürlich selbstverständlich, dass die Unteroffiziere der Rotte eine ihrer Dienstversammlungen im Schützenjahr, im Schostorfer „ Gasthaus Behn“ (Besitzer Karl-Heinz Behn ist Rottenmitglied) abhalten und der Rottenball im jährlichen Wechsel mit dem Rottenlokal in Bodenteich, ebenfalls in Schostorf stattfindet.

Bis 1979 hat die Rotte weiter keine einheitliche Uniform. Sie marschiert im einfachen Straßenanzug. Nun aber mit Strohhut, später Filzhut, und roter Krawatte mit dem Bodenteicher Wappen als Aufkleber.


Festumzug in Bodenteich vor Frisörgeschäft Kruck, mitte der 70-er Jahre: Vorne Rottmeister F. Lübke, Leutnant H.-G. Fabel, Fahne: K. Zeinecke, Ristow, W. Müller


Unter Führung von Rottmeister Fabel und seinen 2. Offizier Erwin Schlechter hat man die Gunst der Stunde genutzt, um mit den ehemaligen BGS-Jacken (ähnlich einer grünen Schützenjacke) die Rotte einheitlich einzukleiden. Dazu gehört eine schwarze Hose, grüner Schützenhut, grüne Krawatte, weißes Hemd und weiße Handschuhe. Durch dieses neue Erscheinungsbild hat die Rotte sowohl an Ansehen als auch an mannschaftlicher Stärke gewonnen.

 


 

Rottmeister --------------2. Offizier

ab 1979 Horst-Günther Fabel ----- Erwin Schlechter
ab 1984 Horst-Günther Fabel ----- Arnold Hübing
ab 1993 Robert Dittberner ---------Arnold Hübing

 



1984 wechselt der 2. Offizier der Rotte, Erwin Schlechter, in den engeren Gildevorstand und wird Oberschaffer der Gilde.

 


Bodenteicher Rotte 1979 mit Rottmeister Horst-G. Fabel und Leutnant Erwin Schlechter, Fahne: Werner Briegert, Hermann Ristow, Werner Müller


1993 gibt Karl Zeinecke nach 25 Jahren sein Amt als Schriftführer der Bodenteicher Rotte ab. Seine Protokolle von den jährlichen Rottenversammlungen ab 1968, sind die ersten vorliegenden Schriftstücke der Bodenteicher Rotte. Neuer Schriftführer wird Hans-Hermann Walter. Ab 2002 übernimmt Torsten Schwerin.

Mit Beginn der 90-er Jahre zeigt sich, daß Rottenbälle nicht mehr von den Schützenbrüdern angenommen werden. Als Folge werden in den nächsten Jahren zunächst Ausflüge mit dem Reisebus, später dann Fahrradtouren, Bosseln, Grünkohlwanderungen, Skat- und Knobelabende in den Vordergrund rücken.
Aber auch organisatorisch zeichnet sich die Rotte nun aus. 1990 wurde –im Auftrag der Gilde- erstmals das Schützenhaus zum Königsball mit einem Themenmotto geschmückt (um die große Saalfläche zu verkleinern). Das Motto Strandleben mit Sandstrand, Leuchtturm, Strandkörbe, Möwen und Meer begeistert alle Teilnehmer.

Bestärkt durch diesen vor allem organisatorischen Erfolg bietet Rottmeister Fabel, gleichzeitig auch 1. Vors. des Fremdenverkehrsvereins, seiner Rotte 1992 die gemeinsame Durchführung des Osterfeuers in Bodenteich an. Nach zwei gemeinsamen Jahren ( 1 Jahr auch Mitwirkung der Feuerwehr) richtet die Bodenteicher Rotte seit 1994 alleine dieses Großereignis aus. Ständige Verbesserungen und bis zu 1000 Besucher zum Osterfeuer werden zu einem festen Bestandteil des Rottenlebens.


Gruppenfoto mit Majestät 1997 (von links nach rechts):

Rottmeister Robert Dittberner, Majestät Guiseppe Calcagnile, Leutnant Ulrich Peters, Spieß OFw Ralf Lederer, Schießwart Uffz Hans-J. Topp, Fahnenbegleiter Uffz Karl Klingenberg jun., Fahnenträger OFw Hartmut Grempler, Fahnenbegleiter Uffz Volker Schulz

 


 

Rottmeister -----------2. Offizier

ab 1995 Robert Dittberner ----- Ulrich Peters
ab 2003 Ulrich Peters ----------- Thomas Schlechter

 



Dieses vielfältige Rottenleben –auch außerhalb des Schützenfestes- und intensive Mitgliederwerbung führen zu weiteren Neueintritten in die Rotte. Insbesondere junge Männer und Familienväter fühlen sich in der Bodenteicher Rotte gut aufgenommen.

 


Rottenführung 2004 von links nach rechts:

Fw. K. Klingenberg (Schießwart), Rottmeister U. Peters; Majestät G. Wolters, Schaffer H. Luhmann, Lt. Th. Schlechter (2. Offizier), OFw. P. Wilkewitz (Spieß)


Eine traurige Nachricht erreichte die Rottenbrüder, als sie im Jahr 2005 vom Tot ihres Rottenwirtes Jürgen Lübke erfuhr. Da sich kein Nachfolger für das Gasthaus „Zur Alten Post“ fand, wurde dieses traditionsreiche Haus später abgerissen. Über 85 Jahre und drei Generationen hinweg fühlte sich die Bodenteicher Rotte hier zu Hause. Doch Glück im Unglück: Die Bowlingbahn „Just for Fun“ mit ihrem Besitzer und Rottenmitglied Jens Luhmann freut sich auf eine Schützenrotte in seinem Haus. Und so zog die Rotte um. Erst skeptisch, aber neugierig. Heute aber bestens betreut, ist sie hier längst heimisch geworden.

Die Bodenteicher Rotte wäre aber nicht die Bodenteicher Rotte, wenn sie nicht weitere Ideen hätte. Da die Bewohner des Seniorenheimes „Helenenhof“ in der Regel nicht mehr so gut „zu Fuß“ sind, und damit auch nicht das Schützenfest am Straßenrand miterleben können, wurde 2005 die Fahnenwache –eigentlich immer im Hause des jeweiligen Fahnenträgers- kurzerhand für den Schützenfesthaupttag in den „Helenhof“ gelegt. Jetzt wird die Fahne dort alljährlich am Morgen unter musikalischer Begleitung der Marschmusik „Heidemusikanten“ abgeholt. Nicht ohne vorher vor Ort und unter großer Teilnahme der Heimbewohner ein Platzkonzert der Musikanten und Beförderungen der Schützenbrüder vorzunehmen.

2006 wechselt Rottmeister Ulrich Peters in den engeren Gildevorstand und wird Schatzmeister der Gilde.

 


 

Rottmeister -----------2. Offizier

ab 2006 Thomas Schlechter ---- Henning Luhmann

 


 

Auf der Rottenversammlung 2008 legt OFw Karsten Klingenberg nach 10-jähriger Tätigkeit als Schießwart der Rotte sein Amt nieder und übergibt es an Uffz Albert Pollehn.

 

Vorstand 2009

Rottenführung 2009 von links nach rechts:

Schriftführer Fw Torsten Schwerin, Stellv. Schießwart OFw Karsten Klingenberg, Rottmeister Hptm Thomas Schlechter, 2. Offizier LT Henning Luhmann, Spieß OFw Gerhard Wolters, Fahnenträger OFw Jens Peter, Schießwart Uffz Albert Pollehn

 

Im Jahre 2011 ist die Rottenstärke auf 77 Mitglieder angewachsen und erfreut sich in Schützenkreisen großer Anerkennung und Wertschätzung. Besonders das harmonische Miteinander von Alt und Jung zeichnet ein „funktionierendes“ und kameradschaftliches  Rottenleben aus.

 

Nach ebenfalls 10-jähriger Tätigkeit als Schriftführer seiner Rotte übergibt OFw Torsten Schwerin dieses Amt 2012 an Uffz Heiko Reichard.

 

Auch im Gildevorstand wird weiter auf die Mitarbeit der Bodenteicher Rotte gesetzt. Nachdem OTL Ulrich Peters 2014 als Schatzmeister in den wohlverdienten „Ruhestand“ verabschiedet wurde, wird OFw Torsten Schwerin zu seinem Nachfolger gewählt und zum Leutnant befördert.

 

22 Jahre richtet die Bodenteicher Rotte bereits das Osterfeuer im Flecken Bad Bodenteich aus. Von den Erlösen der vielen Veranstaltungen profitieren seither alle Rottenmitglieder und so konnte die Rottenumlage – im Verhältnis zu anderen Rotten – deutlich niedriger gehalten werden. Zudem wurden Rücklagen gebildet, von denen 2014 eine neue Rottenfahne gekauft wurde. In einer feierlichen Zeremonie wurde die neue Rottenfahne am Schützenfest-Haupttag auf dem prall gefüllten Burghof der Bodenteicher Burganlage von Pastor Neumann feierlich geweiht und gegen die alte Rottenfahne ausgetauscht.

Major Th. Schlechter und Oberleutnant H. Luhmann

13. Mai 2015

Rottmeister Major Thomas Schlechter und 2. Offizier OLT Henning Luhmann

 


Auf der Jahreshauptversammlung der Ex-Majestäten-Runde wird im Februar 2015, mit Ehrenschatzmeister Ulrich Peters ein Mitglied der Bodenteicher Rotte zum neuen Präsidenten gewählt.

 

Das Osterfeuer sorgt 2015 für Unstimmigkeiten in der Rotte. Obwohl alle Rottenmitglieder durch die zusätzlichen Einnahmen  mit einer niedrigen Rottenumlage profitieren, liegt die Arbeit vor, während und nach dem Osterfeuer  nur in wenigen Händen. Zudem werden die gesetzlichen Auflagen immer höher und immer mehr. Auch die mangelnde Unterstützung des Fleckens, für den dieses kulturelle Großereignis auch für die vielen Gäste und Einwohner Bodenteichs ausgerichtet wird,  wird in Frage gestellt und über die Beendigung der Ausrichtung des Osterfeuers nachgedacht.

 

Vorstand am 13. Mai 2015

Rottenführung vor der Rottenversammlung 2015 von links nach rechts:

1. Fahnenbegleiter OFw Uwe Wilkewitz, Fahnenträger HFw Jens Peter, 2. Fahnenbegleiter OStFw Ralf Lederer (als Vertreter für Fw Karsten Niebuhr), Spieß HFw Gerhard Wolters, Rottmeister Mj Thomas Schlechter, 2. Offizier OLT Henning Luhmann, Schriftführer Uffz Heiko Reichard, Stellv. Schießwart Uffz Peter Brause

 

In der Führungsetage der Bodenteicher Rotte beginnt 2015 das große „Stühle- rücken“. Da der bisherige Oberschaffer der Gilde aus der Schützengilde ausgetreten ist, wird der bisherige Rottmeister der Bodenteicher Rotte, Major Thomas Schlechter, auf der Gildeversammlung zum neuen Oberschaffer der Schützengilde Bodenteich  gewählt. Nach dem  Schatzmeister eine weitere Bestätigung der großen Wertschätzung  der Bodenteicher Rotte im Gildeleben. Major Th. Schlechter tritt damit auch in die Fußstapfen seines Vaters, Ehren-Oberschaffer Erwin Schlechter, der dieses Amt bereits 1984 bis 1993 bekleidete.

 

Auf der Rottenversammlung 2015 wird der bisherige 2. Offizier Henning Luhmann einstimmig zum neuen Rottmeister gewählt. Ihm zur Seite steht nun der bisherige Schriftführer, LT Heiko Reichard, als neuer 2. Offizier. Neuer Schriftführer wird Uffz Uwe Klingenberg.

 


 

Rottmeister ------2. Offizier

ab 2015 Henning Luhmann --- Heiko Reichard


2016

Bei der Rottenversammlung am 4. Mai stellt der Oberfeldwebel Albert Pollehn nach 8-jähriger Funktionszeit sein Amt als Schießwart der Bodenteicher Rotte zur Verfügung. Rottmeister Luhmann dankt dem Schützenbruder Pollehn für seine geleisteten Dienste und befördert ihn zum Hauptfeldwebel.

Zur Wahl als neuer Schießwart der Rotte wird der bisherige Stellvertreter, Unteroffizier Peter Brause, aus der Versammlung vorgeschlagen und mit großer Mehrheit gewählt. Für die Wahl zum stellvertretenden Schießwart werden die Schützen Daniel Hövermann und Florian Wilkewitz vorgeschlagen. Nach Abstimmung wurde der Schütze Wilkewitz mit überwältigender Mehrheit gewählt. Da der Schütze Florian Wilkewitz noch die erforderliche Sachkunde nachweisen muss, wurde ihm - ein Novum in der Rotte - durch Hauptmann Luhmann der Dienstgrad eines Schützen (Unteroffiziersanwärter) verliehen. Der (UA) ist durch das Tragen einer silbernen Litze an den Außenseiten der Schulterstücke erkennbar.

 

 

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