Geschichte des Schützenhauses

Das erste Schützenhaus wurde im Jahre 1886 auf dem jetzigen Platz von der Forstinteressentenschaft (54er) gebaut, weil die Bürger es leid waren, die Bodenteicher Schützenfeste in einem Zelt zu feiern. Es war ein leichter hölzerner Fachwerkbau, ähnlich dem im Nachbarort Lüder, der nach 59 Jahren durch die in unmittelbarer Nähe 1945 explodierten Pulverwaggons zerstört wurde.
Für die alteingesessenen Bodenteicher war die Schützenhaus-Zerstörung ein schmerzlicher Verlust, denn mit dem alten Schützenhaus verbanden sich Erinnerungen vieler Jahrzehnte, in denen sie ihr geliebtes Schützenfest gefeiert hatten.
Schon im Herbst 1946 beschloß daher der Rat des Fleckens, das zweite Schützenhaus wieder aufzubauen.
Viele Schwierigkeiten und Hindernisse waren in der Nachkriegszeit zu überwinden, um die Fertigstellung des Hauses unter Beteiligung der Bodenteicher Bürger mit Handdienstleistungen und Spanndiensten voranzutreiben. Erst mit der Bildung eines Kulturvereins „Schützenhaus Bodenteich e.V.“ mit ca. 53 Vereinsmitgliedern konnte das Haus im Herbst 1949 fertiggestellt werden.
Die Vereinsmitglieder stellten für die Errichtung des Schützenhauses ein zinsloses Darlehen zur Verfügung, daß später in besonders dringenden Fällen von der Gemeinde zurückgezahlt wurde. In den 50iger Jahren wurden eine Reihe von Anbauten für eine Garderobe, einen Gästeraum und die Toilettenanlagen durchgeführt.

Im Herbst 1961 wurde das Schützenhaus feierlich dem Flecken übergeben. In den 60iger Jahren wurden eine Reihe von Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen z.B. Raumteilertür, Beleuchtung, Saalbelüftung, Toilettenausbau und Erweiterungsbau für die Küche und neue Gaststätte unter Beteiligung der Landesregierung durchgeführt und das Haus in „Haus des Gastes“ umbenannt.


Diese Gedenktafel war in der Wand des zweiten Schützenhauses integriert

Das dritte Schützenhaus (Haus des Gastes) mit neuem, größerem Saalbau und Nebenräumen mußte 1980/1981 gebaut werden, weil das Gebälk vom Wurm befallen war. Die Kosten für den Bau haben ca. 3 Mio. DM betragen. Im Mai 1981 fand die Eröffnungsfeier statt.

Zur Erinnerung an die schwierige Bauphase für das zweite Schützenhaus wurde im Eingangsbereich zum großen Saal eine Tafel eingebracht, die die Namen der 53 fördernden Bürger wiedergibt. Seit 1999 trägt das Haus wieder den Namen „Schützenhaus“.

Nach öffentlicher Diskussion wurde das Schützenhaus 2013 wegen baulicher Mängel geschlossen. Die Finanzierung dringender Sanierungsarbeiten im Heizungs, Lüftungs- sowie im Sicherheitstechnischen Bereich ist nicht gewährleistet.
Die Schützengilde hatte einen Nutzungsantrag gestellt, der aber abgelehnt wurde. Das Schützenfest muss seit 2013 nach über 100 Jahren wieder in einem Zelt gefeiert werden.


Jäger und Offiziere 1928 vor dem alten Schützenhaus; König Franz Zeinecke (vor dem offenen Fenster), zwei rechts von ihm Oberst Christoph Brockelmann

In der Zwischenzeit ist das Betreten des Schützenhauses nicht mehr möglich, da gesundheitsgefährdend aufgrund von Schimmelpilzbefall. Die Sanierungskosten wurden (laut Presse) auf 273.000 € geschätzt, eine Summe, die der Flecken Bad Bodenteich nicht aufbringen kann. Das weitere Schicksal des Schützenhauses ist ungewiss...

 

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